Die Stadttaube

Die Stadttaube ist die verwilderte Form der in Frühzeiten domestizierten Haustaube, die wiederum von der Felsentaube abstammt.
Es ist daher nicht verwunderlich, daß Tauben zum Nisten und Schlafen weder
Bäume oder helle grüne Innenhöfe schätzen, sondern viel eher unzugängliche
Nischen in Lichschächten oder Dachböden.

Stadttauben kommen auf 3-4 Bruten/Jahr zu je 2 Eier, Geschlechtsreife 4 Monate, Auftreten in Schwärmen von 40-80 Tiere, der Aktionsradius bemisst sich auf wenige hundert Meter, ein interessanter Aspekt hinsichtlich der Vergrämung. (Verdrängung, die Tauben verlassen Ihren Aktionsradius nicht)

Schadwirkungen

Eine Stadttaube produziert im Jahr ca. 10 - 12 kg. Nasskot, der überwiegend
an Rast-, Nist- und Schlafplätzen abgelegt wird. Der salpetersäurehältige, extrem agressive Taubenkot greift nahezu alle im Alt- wie Neubau verwendeten Baustoffe wie Sandstein, Ziegel, Beton, Zink-, Edelstahl-, Kupfer- und Alubleche u.a. an, zerstört diese und beschleunigt den Verfall. Die Kosten für die Beseitigung von Bauschäden und Verschmutzungen, oft hervorgerufen durch verlegte Rinnen und Abläufe durch Nester und Kadaver, sind enorm. Taubenkot impliziert neben Schmutz, Staub und Gestank auch Gefahr durch bakteriologische Gefährdung.


Krankheiten/Parasiten

Taubenkot kann schwere Erkrankungen, wie Lungen-, Leber-, Hirnhaut- und
Augenentzündungen ebenso hervorrufen wie Durchfall und Salmonellenbefall.
Im Bereich der Nist- und Brutstellen entwickeln sich Ungeziefer wie Milben,
Taubenzecken, Läuse und Wanzen. Für den Menschen ist der Parasitenbefall
nicht bedrohlich, Juckreiz und schwere Allergien können jedoch ausgelöst werden. Daher ist es unerlässlich, im Zuge von Taubenabwehrmaßnahmen parallel auch die entsprechenden Reinigungsarbeiten am Gebäude durchzuführen.
 

Rechtliches

Im Zusammenhang mit der Taubenbekämpfung bzw. -vergrämung sind in erster Linie die tierschutzrechtlichen Bestimmungen (z.B. Wr. Tierschutz- und Tierhalte- gesetz) zu beachten. Aus Sicht des Hauseigentümers sind seuchenrechtlichen Aspekten (z.B. Epidemiegesetz) bzw. Reinhalteverordnungen Rechnung zu tragen. Sämtliche Taubenabwehrsysteme wie auch allfällige Reinigungsmaßnahmen sind vor dem Hintergrund dieser einschlägigen Bestimmungen zu bewerten.